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Selbstzerstörungsmechanismus: Pubertät

Selbstzerstörungsmechanismus: Pubertät

Manchmal, wenn die Stille in meiner Umgebung herrscht und nicht einmal der monotone Bericht eines Reporters von dem Fernsehgerät dringt, frage ich mich, wie es um mich in dieser Welt steht. Ich lege meinen Kopf leicht in den Nacken und schließe die Augen. Eigentlich sollte mich ein angenehmes Gefühl entspannen, doch es passiert nicht. Ich fühle mich einsam, obwohl ich noch vor einer Stunde mit meiner lebhaften Freundin gescherzt habe.

Apropos Freundin. Was bedeuten Freunde überhaupt?

Ein Mensch der dich von Kopf bis Fuß versteht und dir keinen in der Brust stechenden Schmerz zufügt?

Ich seufze auf. Die Welt ist so kompliziert. Und doch so einfach. Ein Widerspruch im wahrsten Sinne. Menschen leben – ob fröhlich oder deprimiert, ob arm oder reich – und sterben, wenn ihre Zeit abgelaufen ist. Es ist wie ein Kreislauf. Sobald der Kreis dich einmal absetzt, holt er dich nach einer Zeit wieder ein. Er nimmt dich, verschluckt dich einfach. Und dann bist du – wie man so schön sagt – tot. Tod – ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Das kommt auch wieder darauf an, wie ein Mensch lebt. Führt man ein tolles Leben, mit seinem Traumprinzen und dem ganzen Menschenkram, dann ist es natürlich schade, wenn man das alles verlässt. Für Bergarbeiter und Menschen die Opfer von Rassismus sind, ist es vielleicht eine andere Sache.

Ich spüre die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Wange und öffne blinzelnd die Augen. „Die lachende Sonne“. Pah.

Ich bin so erfüllt von Gleichgültigkeit, so dass ich nicht mehr aus mir schlau werde. Zum Messer greifen? Niemals. Hysterisch zur nächsten Zicke laufen? Auch nicht. Es war zum Verzweifeln, zum verrückt werden.

Automatisch greife ich zu einem Buch. „Der Witz der Liebe“. Ein tolles Buch. Ein Junge, der sich unglücklich verliebt. Das Mädchen, das nur vortäuschen will, dass sie jeden haben kann und somit die Chance ihrer großen Liebe vertut. Ich schlage die Seite auf, auf der ich letztes Mal aufgehört hatte zu lesen.

>>Der Stolz war die Waffe, die mein Ich vernichtete. Sie hatte mir alles zerstört und ich war diejenige die sie geschaffen hatte. War doch wohl auf Selbstzerstörungsmechanismus gebaut.<< Wieder und wieder sog ich mir diesen Satz ein. Könnte es sein, dass ich stolz bin? Könnte es sein, dass ich mitten im Weg der Selbstzerstörung war?

Ach was. Ich war eben eine ganz normale pubertierende Jugendliche. Mein Schicksal muss auf mich zukommen, auch wenn ich mich selbst zerstöre. Ich kann mich wieder aufbauen. Denke ich zumindest.

  






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